Für eine Nacht in Handschellen

Ok, an alle Internetsurfer mit Hormonstau, die mit den Suchbegriffen „Göteborg“ und „Rotlichtviertel“ auf meine Seite googlen: Freut mich, euch zu enttäuschen! Denn Göteborg hat kein Rotlichtviertel. Ihr landet bislang mit eurer Suche nur deshalb hier, weil ich ein rotplüschiges Restaurant namens „puta madre“ beschrieben habe. Künftig, so hoffe ich, lest ihr direkt hier weiter, wo es um das schwedische Sexkauf-Gesetz („sexköpslagen“) geht. Es verbietet nämlich schlicht den Kauf sexueller Dienste und hat es somit direkt auf Euch abgesehen. Potenzielle Puffbesucher sind nämlich NICHT willkommen in Schweden!

Volk mit Vorliebe für schmale Ski

Es ist soweit: Schwedens EInwohnerzahl hat die magische Marke von 10 Millionen erreicht. Ist das viel oder immer noch wenig für ein Land, das flächenmäßig das viertgrößte Europas ist. Bei einer Bevölkerungsdichte von nur 22 Menschen pro Quadratkilometer (Deutschland hat 230) ? Schwer zu sagen… Aber wenn man 0,5 Prozent aller Schweden auf einem Haufen hat, erscheint es einem schon ungeheuer viel! So war es am dritten Wochenende im Januar, als sich 50.000 in wintersportlicher Begeisterung zum Ski-Langlauf-Weltcup in Ulricehamn versammelten.

Knut macht Schluss mit Weihnachten

Dass die meisten Schweden sich mit IKEA einrichten, kann ich inzwischen bestätigen. Dass sie aber die Weihnachtsbäume am Knuts-Tag reihenweise aus dem Fenster werfen, hielt ich für eine maßlose Übertreibung seitens des Möbelhauses. Bis ich eines Besseren belehrt wurde…

Wer schaut schon nach Norden?

Es stimmt doch, dass Fernsehen bildet. Selbst der Sonntagabend-Krimi! Seit der neuen Kurzserie „Midnattssol“ von Sverige Televion weiß ich um die Existenz der Kväner (oder Kvenen). Sie leben am äußersten Rand Europas, und ihre Anliegen haben wenig Strahlkraft ins übrige Schweden, geschweige denn nach Deutschland hin. Das wird sich ändern, wenn Midnattssol ins Fernsehen kommt: Denn in der Geschichte wird mit spektakulären Morden ein uralter Konflikt ausgetragen: Wer war als Erster dort oben im Norrrland und wer beansprucht mit welchem Recht das Land für sich. Und wie?

Mediales Strohfeuer rund um den Gävlebock

Er tanzte nicht mal ein Wochenende lang: Der Gävlebock wurde am selben Tag, an dem er aufgestellt wurde, von Unbekannten abgefackelt! Das überdimensionale Weihnachts-Highlight und Wahrzeichen der Stadt Gävle überlebte also nicht einmal den ersten Advent! Und das trotz „verschärfter Sicherheitsvorkehrungen“ rund um den meterhohen Strohbock, der alle Jahre wieder mitten auf dem Marktplatz der Stadt aufgebaut wird. In den letzten 5 Jahre brannte der Julbock ganze 4 Mal nieder!

Endlich Freitag: Zeit für „fredagsmys“

Habe ich an dieser Stelle etwa noch nie etwas über den „fredagsmys“ geschrieben? Dann tue ich das jetzt umso lieber. Vielleicht, weil ich die ganze Zeit denke, dass Freitag ist, obwohl: auf dem Kalender steht Donnerstag. So ist das manchmal, und deshalb sehne ich mich besonders nach Freitag und dem schwedischen „fredagsmys“…

„Nordic noir“: Schweden-Krimis in echt

Die eigentümliche Vorliebe für Krimis aus Skandinavien hat sich zu einem europaweiten Trend ausgeweitet. Die Nachfrage reißt nicht ab nach dem Stoff, der wohlige Schauer bereitet. Ob gefeierter Roman, gehypte TV-Serie oder hollywood-produzierter Blockbuster: Scandic Crime ist angesagt, vor allem in England und Deutschland. Dabei geht der Trend zusehends vom „gemütlichen“ Schärengarten-Krimi zum abgrundtiefen, düsteren Drama, das den neuen Genre-Namen „Nordic noir“ geprägt hat. Doch die Fiktion ist nicht annähernd schwarz genug für die Realität. In Schwedens wirklichem Leben passieren ebenfalls eine Menge Verbrechen.

Taufpate im Training

Ich bin nicht nur, was man in Schweden „Kulturtante“ nennt, sondern auch stolze zweifache Patentante! Zwei kleine blonde Engel habe ich bisher ungelenk ans Taufbecken getragen, habe den kirchlichen Segen und das Wohlwollen ihrer Eltern erhalten und damit die große Verantwortung, Ihnen auf dem Weg ins Leben ein Vorbild zu sein. Das sind familiäre Bande der traditionellen Art und ein echter Vertrauensvorschuss. Ich fühle mich geehrt, dass ich auf diese Weise Teil einer schwedischen Familie geworden bin, – mit einer Kinderschar von 5 !! In der ungleichen Verteilung: vier Mädchen und ein Junge… 🙂

Abenteuer Vasalauf: Zwischen Schinderei und Verzückung

Raus aus der Molle und weg vom gemütlichen Schreibtisch. Zum Schaltjahrestag waren wir draußen auf Abenteuer! Wir reisten auf dem Inlandsvägen in die Wintersonne und auch in eine andere Welt. Es lag Schnee, und die Seen waren zugefroren. In Mora konnten wir die berühmte Einlaufgerade des Vasaloppets sehen. Und Skifahrer, die hier glücklich durch den „Triumpfbogen“ glitten: „I fäders spår för framtids seger“. Morgen würde mein Freund sich in „die Spur der Väter“ begeben. Ob „die Zukunft den Sieg bringen“ würde, stand aber noch völlig in den Sternen…

Die Helden aus dem Brewdog und ihr Weg zum Vasalauf

Was blüht uns bloß beim Vasalauf? In einer Woche werde ich es erfahren, wenn auch nicht am eigenen Leib, so doch mit großer Empathie für meinen schwedischen Freund. Seit zwölf Monaten ist er angemeldet und konnte sich somit mental sowie durch gezieltes Training auf diese große Herausforderung vorbereiten. Doch erst jetzt, einige Tage vor dem Start, wird ihm mulmig bewusst, auf was er sich da eigentlich eingelassen hat.