Tiveden Nationalpark

„Junker Jäger“-Stein im Räuberwald Tiveden. Bild: Zejo, wikimedia.commons

Es gibt sie noch, die Orte, die der Mensch der Natur einfach überlassen hat. Zwischen den großen schwedischen Seen Vänern und Vättern liegt so ein Naturreich – der heutige Nationalpark Tiveden. Schon in alten Zeiten wuchs hier ein Wald, in dem nur wilde Tiere und die sprichwörtlichen Räuber lebten. Tiveden, oder auch „Trolltiven“ genannt, war damals „Grenzwald“ und bildete die natürliche Barriere zwischen Götaland und Svealand. Ein unzugängliches Gebiet voller Gefahren. Und wer es dennoch durchqueren musste, war nicht zu beneiden…

Heute ist es umgekehrt: Wer Zeit hat, Tiveden zu erkunden, ist wirklich zu beneiden. Nach wie vor an vielen Stellen  im „Urzustand“, ist das Waldgebiet eines der Schönsten, das Schweden zu bieten hat. Durch den schroffen Untergrund mit bis zu 50 Meter tiefen Risstälern hat sich eine urtümliche Landschaft erhalten, auf der nicht einmal die Forstwirtschaft Fuß fassen konnte. Felsblöcke, Grotten, Gesteinsrücken und moosgefüllte Täler inspirierten vielmehr zu Märchen und Legenden. Noch in moderner Zeit galt der Wald als verwunschen.

Klar, dass vor allem Wanderer in Tiveden auf ihre Kosten kommen. Der große Wanderpfad „Bergslagsleden“ führt durch die Region und hat zum Teil anspruchsvolle Etappen parat. Am kleineren Tivedsleden unterhält der Ort Laxå ein Besucherzentrum, das allerdings nur im Sommer geöffnet ist. In Tived, an der nördlichen Zufahrtsstraße zum Park, ist das Café „Tivedstorp“ eine weitere touristische Einrichtung, die selbstgebackenen Kuchen und einfache Übernachtungshütten bietet.

Und plötzlich taucht ein Sandstrand auf. Bild: http://www.imagebank.sweden.se

Tiveden bedeutet aber nicht nur Wald, sondern auch Wasser. Der See Vättern mit seinen so genannten Süßwasser-Schären steht dabei als landschaftlicher Blickfang an erster Stelle. Ebenso sehenswert ist der See Fågertärn mit seinen roten Teichrosen. Der größte See im Nationalpark ist der Unden. An vielen Stellen kann man baden: Ein beinahe unwirkliches Erlebnis, wenn man aus dem finsteren Wald heraus plötzlich an einen weißen Sandstrand gelangt! Als außergewöhnlich werden auch die Angelbedingungen beschrieben, – zumal am Vättern mit seiner großen Sichttiefe und 31 Fischarten. Die Favoriten sind Hecht, Forelle und Saibling.

Katgo, 30.5.2011

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