Nya Älvsborg

Bollwerk in der Götaälv. Bild: wikimedia commons

Wer den Weg nach Göteborg über das Wasser nimmt, kommt an ihr nicht vorbei: Die “Nya Älvsborg Fästning” steht als trutziger Wächter inmitten der Mündung der Götaälv – und scheint selbst heute noch den Weg zu versperren. Erst recht die klobigen Deutschland- und Dänemark-Fähren müssen eng an der Festung auf dem Kyrkogårdsholmen vorbei navigieren. Eine gute Gelegenheit für Reisende, schon mal einen Blick zu werfen. Wer die Nya Älvsborg-Fästning genauer kennenlernen will, kann sich später mit einem Ausflugsschiff dort hinbringen lassen.

Die gut erhaltene Festung auf der kleinen Insel ist heute pittoreske Sehenswürdigkeit, doch ihr Bau im 17. Jahrhundert hatte handfeste militärische Gründe. Als Ersatz für die “alte” Älvsborg-Festung am Südufer des Flusses Götaälv wurde die “neue Älvsborg” 1645 provisorisch als Geschützstellung mitten im Wasser errichtet. Es galt – wie so oft – die Dänen abzuwehren. Man war 1657 noch mitten im Bau der fünfeckigen Bastion, als Dänemark in den Zweiten Nordischen Krieg eintrat und die Nya-Älvsborg-”Baustelle” attackierte.

Besonders schwer setzten Peder Tordenskiold und sein Kattegatgeschwader der Festung zwischen 1717 und 1719 zu. Es gelang ihm, Mörser und Kanonen auf den Holmen rund um die Festung zu platzieren und anzugreifen. Außerdem beschoss er sein Ziel von elf dänischen Schiffen aus. Dieser Beinahe-Untergang von Nya-Älvsborg führte zu weiteren Verstärkungen und einer Rund-um-die Uhr-Bemannung der Feste, sodass 1744 eine weitere dänische Kriegsdrohung abgewendet werden konnte: Nya Älvsborg war das Abschreckungs-Bollwerk Nummer Eins der schwedsichen Verteidigung.

Wer mehr über die bewegte Militär-Geschichte Göteborgs wissen möchte, kann an den geführten Fahrten zum Kyrkogårdsholmen teilnehmen. Boote der Strömma-Reederei legen im Sommer ab 10 Uhr und dann alle 1,5 Stunden von “Lilla Bommen” ab. Bei Ankunft auf der Festung begrüßen Schauspieler des Comedy Art Theatre die Gäste mit einer lebendigen Vorstellung über die Geschichte innerhalb der alten Mauern. Im “Bistro des Kommandanten” kann man Rast machen und sich ein bisschen wie Johan Lillie fühlen, der einst so unerschütterlich dem Angriff von Tordenskiold widerstanden hat.

Katgo, 24.7.2010

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