Kebnekaise

Bild: wikimedia commons

Für ein „Abenteuer Wildnis“ mit anspruchsvollen Steigungen ist der Kebnekaise prädestiniert.

Er ist nicht nur der höchste Berg Schwedens, sondern auch der höchste nördliche Berg in ganz Eurasien. Der Kebnekaise in Lappland liegt 150 Kilometer nördlich des Polarkreises. Von hier in Richtung Arktis gibt es auf dem Kontinent keinen Berg, der höher ist.

 

Ein „Rekord“, den selbst erfahrene Alpinisten zu schätzen wissen. Denn obwohl der Berg westlich von Kiruna „nur“ 2111 Meter hoch ist, sprechen die, die ihn bestiegen haben, von einem „gefühlten Viertausender“. Die karge Gletscherlandschaft und die unberührte Natur rund um das Gebirgsmassiv geben dem Wanderer das Gefühl von urwüchsigem Hochgebirge.

 

Dabei ist der Kebnekaise – trotz Gletscherzungen, Geröllfeldern und dem vorgelagerten Gipfel Tuolpagorni – selbst für ungeübte Berg-(Ein-)steiger zu bewältigen. Gute Kondition, festes Schuhwerk und Schwindelfreiheit empfehlen die Bergführer dennoch. Bei gutem Wetter wandert man auf dem Hauptweg, dem leichteren „västra leden“, in etwa 3,5 Stunden zum Gipfel (und dieselbe Zeit auch wieder zurück). Kletterausrüstung – und am besten auch einen persönlichen Guide – brauchen die, die den „östra leden“ wählen. Hier sind felsige Passagen der Schwierigkeit I und II zu überwinden; auf der Route sind klettersteigartige Eisendrähte und Sicherungen in luftiger Höhe montiert.

Wer die sportliche Herausforderung beim Klettern sucht, lässt den Kebnekaise links liegen und wählt die schroffen Wände des Kaskasapakte – ein weiterer Zweitausender im Gebirgsmassiv, der als schwierigster Berg Schwedens gilt.

 

Faszinierend für jeden Mitteleuropäer, der zum ersten Mal in die Kebnekaise-Gegend kommt: das Ende der Straße, die Einsamkeit und Weite. Von Nikkaluokta aus tragen einen nur die eigenen Füße – zunächst einmal 20 Kilometer bis zur Fjällstation am Fuße des Berges. Wer möchte, kann den Weg per Bootstaxi auf dem Laddjujaure um immerhin sechs Kilometer abkürzen.

 

Lohn aller Outdoor-Mühen: die Aussicht vom Gipfel! Durch die besondere Lage soll man vom Kebnekaise aus zehn Prozent des schwedischen Staatsgebietes überblicken können – bei guter FernsichtWetterlage. Doch im Fjäll kann es auch im Sommer immer wieder Überraschungen geben. Wechselhafte Witterung und Kälteeinbrüche sind auch im Hochsommer keine Seltenheit. Da heißt es für alle, die die Wanderung genießen wollen: Lieber warten, statt starten.

 

Mehr Wissenswertes zum Kebnekaise:

  • -Der Berg liegt auf samischen Gebiet, zirka 70 Kilometer westlich von Kiruna.
  • -Gemessen wurden 2111 Meter über Meereshöhe. Da der höchste Punkt, Sydtoppen, aber Gletschergebiet ist, kann die tatsächliche Höhe von Jahr zu Jahr leicht variieren.
  • -Der Name Kebnekaise bedeutet übersetzt soviel wie „Kesselschneid“ oder „Kessel-Kamm“.
  • -Die Leitgans in Selma Lagerlöfs Nils Holgersson-Geschichte heißt „Akka von Kebnekaise“
  • -Das Gebirge stammt aus den Urzeiten der Erdgeschichte (Kambrium) und ist rund 345 Millionen Jahre älter als die Alpen.

katgo, 6.12.2009

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