Brännö

Update: Auch 2012  findet der traditionelle Tanz am Bootsanleger statt, jeden Donnerstag abend, beginnend am 28. Juni. Der letzte Tanz des Sommers ist allerdings an einem Samstag, dem 11. August. Programminfo

Bild: Bertil Stark

An der schwedischen Westküste kennt man sie vor allem durch Lasse Dahlqvists Lied “De’ ä’ dans på Brännö brygga”. Die Insel Brännö im südlichen Schärengarten vor Göteborg wird seit 1941 besungen. Und noch bis heute findet dieser Tanz am Bootssteg “Husvik” statt: In der Sommersaison, immer donnerstags, sammeln sich Leute von nah und fern, sitzen direkt auf den Felsen mit mitgebrachter Thermos-Kanne, oder begeben sich gleich auf den hölzernen Tanzboden, wo eine Kapelle schwedische Schlager spielt. Für eine Stunde kommt das „Bier-Boot“ aus Göteborg vorbei, mit Touristen, die auch mal gucken wollen. Und zwar sicher von der Reeling aus – mit einem Glas Bier oder Champagner in der Hand. Alles in allem ist „dans på Brännö“ also liebenswerte Tradition im Geiste von Lasse Dahlqvist, die von engagierten Insulanern und ihrem Heimatverein hochgehalten wird.

Doch Bränno hat eine noch viel ältere Geschichte – Mythen und Legenden inklusive. So gelten Brännös Einwohner als Nachkommen der legendären “Brondings”, die im angelsächsischen Epos Beowulf erwähnt werden. Außerdem wird die Insel in den isländischen Sagas als bedeutender “Thing” – also Versammlungsplatz – genannt. Hier wurden der Legende nach Bräute veschachert und Märkte abgehalten. Belegt ist, dass Brännö wegen ihrer strategisch günstigen Lage bereits in der frühen Wikingerzeit Treffpunkt für Händler, Herrscher und Seefahrer war. Auch später hatte das Eiland politische Bedeutung, weil es genau auf der Grenze der drei Reiche Schweden, Norwegen und Dänemark lag.

Heute ist es für den Reisenden bereits spannend, die Insel zu erreichen. Man nimmt dafür die Nahverkehrsfähren von Saltholmen (Endstation Västtrafik-Tramlinie 11 und 9 von Göteborg). Da Brännö zwei Bootsanleger hat, kann man einmal quer über die Insel wandern (circa zwei Kilometer) und dabei das schnuckelige Heimatmuseum im “gamla by”, das Värdshus und den Aussichtspunkt passieren. Außerdem hat Brännö ein Café, ein Lebensmittelgeschäft und einige schöne Badeplätze zu bieten.

Eine Info-Broschüre mit wunderschöner handgemalter Karte findet man auf http://www.ovardar.se/Brannopdf.pdf

Katgo, 3.5.2010


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