Hundehof mit Wald-Aussicht

Wohin mit dir, wenn nicht in den Wald?

Wohin mit dir, wenn nicht in den Wald?

Auch nach bald 5 Jahren in diesem wunderbaren Land geben mir die Schweden immer noch Rätsel auf. Eines davon ist die Tendenz, immer alles gemeinsam und einheitlich machen zu wollen. Bloß keine Ausreißer, keine Alleingänge, nicht mal beim Spaziergang mit dem Hund. Nein, denn in Schweden sind sogar die Hunde „sozial“, – und darum braucht die wohl walddreichste Kommune im Großraum Göteborg jetzt auch einen Hundegassi-Hof.

Härryda ist herrlich! Kurz hinter Göteborg erstreckt sich die Kommune vom Delsjön-Naturreservat mit der Ortschaft Mölnlycke (16.000 Einwohner) längs der Straße 40 über Landvetter (7.000 Einwohner) bis hin vor die Tore Borås‘. Allein weil in Härryda der Göteborger Flugplatz samt Einflugschneisen liegt, gibt es hier außer Wald und Seen eine eher spärliche Bebauung. Versprengt liegen viele Häuser in kleinen Siedlungen, die dem alles überwuchernden Wald abgerungen wurden. Ein stadtnahes Paradies für stadtmüde Leute. Aber auch für Freizeitsportler, Pilzsammler und – so dachte ich – Hundebesitzer, die hier eben nicht zwischen Autos und Häuserecken auf schmalen Trottoirs Gassi gehen müssen, sondern die weite Natur gleich vor der Haustür haben.

Herrliches Härryda, waldreiche Gemeinde im Speckgürtel der Stadt.

Herrliches Härryda, waldreiche Gemeinde im Speckgürtel der Stadt.

Doch so schauen die Härrydaner nach Göteborg und ins dicht besiedelte Mölndal und wollen die Entwicklung ihrer Gemeinde vorantreiben. Die Rede ist von Hundegassi-Höfen und Hundelatrinen. Dafür wird allen Ernstes nach dem Staat gerufen, – denn dass Mölndal ganze acht (!) solcher Hunde-Rastplätze hat und Härryda keinen, geht natürlich gar nicht! Dass damit für mehr Sauberkeit rund um die Häuser gesorgt wird, ist nicht einmal das schlagende Argument. Vielmehr solle das soziale Miteinander – also der Hunde – gefördert werden.

Es stimmt: Leider gibt es auch in Schweden Leinenzwang in Wald und Flur, – zumindest ein paar Monate im Jahr. Aber dass das Land des „allemansrätten“ angeblich keinen Platz für freilaufende Hunde hat und deshalb spezielle „Einrichtungen“ braucht, finde ich ein wenig übertrieben. Wenn auf dem platten Land reguliert werden muss, wo mein Hund seinen Haufen setzt, halte ich dies zuerst für eine Zumutung und dann für ein echtes Luxus-Problem. Manch anderem geben solche Regeln jedoch „ein gutes Gefühl“, weil damit keine zweifelhaften Ausreißer und verschämte Alleingänge mehr möglich sind. So verschieden kann man’s sehen.

Was meinst du, armer Hund?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s