„Sverige, din jävel…!“

Und noch ein unsentimentaler Nachtrag – weil morgen Midsommar ist!

Da wohnt man schon in Schweden – und feiert dann keinen „Midsommarafton“… Wir sind dieses Jahr jedenfalls – ausnahmsweise – nicht dabei. Morgen geht es für eine Woche nach Kreta! Das passt auch ganz gut, denn wir treffen dort unsere holländischen und zum ersten Mal auch die griechischen Internet-Freunde. Unsere schwedischen Freunde hingegen haben dieses Mal beschlossen, langweilig zu sein. Keine Midsommar-Feier draussen auf dem Lande, bei der wir uns hätten anschließen können. Und auf dem Land will man sein zu Midsommar – das weiß jeder seit dem IKEA-Midsommarspot.

Zugereiste sagen ja, den ersten Midsommar in Schweden vergisst man sein Leben nicht. Bei mir ist das so ähnlich – allein, meine unvergessliche sommerliche Landpartie war an einem Pfingst-Wochenende 2008. Das war so ein Geburtstags- und Vor-Mittsommerfest, weil das Wetter einfach zu gut war, um es ungenutzt zu lassen. Jedenfalls trafen wir uns mit Freunden und Bekannten in einem Sommerhaus in Gårvik in Bohuslän und blieben über Nacht. Dabei hissten wir den schwedischen Wimpel und befeuerten den Grill – hoch auf den Klippen mit einem sagenhaften Blick über die Schären. Die Mädels, schon in Bikini, zapften am helligten Tag den Bag-in-Box-Rosé an, um dann gegen die Jungs „Kubb“ zu spielen – das traditionelle schwedische Wurfspiel, dem Brennball nicht unähnlich, aber mit Holzklötzen. Nonchalant auf Sonnenstühle gefläzt, erzählten wir uns dann bis spät in den Abend – immer mit dieser Bellevue, die sich ins Gedächtnis einbrennt. Und auf den Chip der Digitalkamera. Das Header-Bild auf meiner Blogseite stammt genau von diesem Platz auf Gårvik – und von dem schönen vorsommerlichen Wochenende…

Auch der nächste Morgen war typisch mittsommerlich: Wir wachten auf platten Luftmatrazen auf und wünschten uns, nie mehr außerhalb des eigenen Bettes nächtigen zu müssen. Draußen war es so kühl und frisch wie eine Dusche, während wir miefig und zerknirscht eine geschützte Ecke zum Aufwachen suchten. Der Kaffee schlug auf den Magen. Die Krähen hatten über Nacht unsere Müllbeutel zerpflückt, sodass Pappteller, Kotelettknochen und andere Überreste wild zerstreut auf der schönen Wiese lagen. So starteten wir bald mit dickem Kopf eine stumme Aufräumaktion, und schon zu Mittag war der Grill nochmal an – um die Reste aus dem Kühlschrank zu verwerten. Allein, zu dieser Mahlzeit gab es dann nur noch Brausewasser…

Kein geplantes Midsommarfest konnte bisher an diese Spontan-Party heranreichen – und das sagten selbst jene, die schon 35 Midsommar in ihrem Leben gesehen haben. Für mich war es eine von vielen Initialzündungen für ein Leben in Schweden – auch wenn mir hier wirklich alle Klischees präsentiert wurden. Doch schon damals als Beobachter und heute als Einwohner kann ich nicht anders als sagen: „Sverige, din jävel, jag älskar din stil!“. (*cheers Timbuktu!)


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Ein Gedanke zu “„Sverige, din jävel…!“

  1. laaaaaaaaaaaaaaaaaaaach – der Werbespot ist soooo geil. Ich habe ihn schonmal gesehen, damals habe ich aber nicht soviel damit anfangen können wie heute, wo ich mehr mit der Schwarzbrennerei und dem Fröschlein huepf um den Baum vertraut bin, kicher.

    Ich werde auch noch gleich etwas in meinem Blog schreiben ueber Midsommar …. naja zumindest ein bisserl.

    Euch wuensche ich einen suuuuuuuuper Urlaub.

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