„The new number two“

Auf dem Weg vom Nobody zum ausländischen Mitbürger bin ich heute einen großen Schritt weiter gekommen: Ich habe die schwedische Personnummer beim „Skatteverket“ beantragt, der Behörde für Einwohnerfragen und Steuern. Alles, was ich brauchte, war der Bescheid vom Migrationsverket und meinen hoch technisierten Pass mit dem unfreundlichen Verbrecherfoto.

Es scheint, dass ich alle Behördengänge bislang in der richtigen Reihenfolge absolviert habe: mit dem Stempel der Einwandererbehörde hatte ich beim Skatteverket schon fast die „green card“. Meine Personnumer soll in etwa 4 Wochen an die neue Adresse geschickt werden. „Kein Problem“, hieß es.

Da ging für mich doch glatt die Sonne auf – und Göteborg ist so schön wie immer: Wir haben unsere westlichen Winde wieder, es taut und schneit und regnet, aber ich lache meine neue Stadt an und fühle mich auch außerhalb der Wohnung schon ein wenig willkommen.

Behördengänge müssen also nicht immer gar furchtbar sein. Doch Obacht ist geboten. Weil alles so lange dauert, bin ich ab Februar erstmal nicht krankenversichert. Ich kann dies erst mit der Personnummer bei der Versicherungsanstalt – „Försäkringskassa“ – beantragen. Hier geht es dann ans Eingemachte, denn diese Kasse will wissen, wovon man lebt. Selbst der nette Mitarbeiter beim Skatteverket bekam einen leicht ehrfürchtigen Gesichtsausdruck, meinte aber, das ließe sich alles klären. Ohne Arbeit und mit „uppehållstillstand“ für zwei Jahre sei ich fast so etwas wie ein Sonderfall. Immerhin könnte ich mich bei meinem Liebsten sozusagen „familienversichern“ lassen, wenn er seinen Einkommens-/ Steuernachweis einreicht.

Und weil doch alles am Gelde hängt, zum Gelde drängt… habe ich mich heute bei der Touristinformation als Saisonmitarbeiter beworben. Meine erste Bewerbung auf schwedisch! Hat zwar etwas länger gedauert (zumal es nur ein dreiseitiger Formbogen war), aber macht mich doch ein bisschen stolz. Wenn mein Sprachkurs mich dann noch zu einem flüssigen Vorstellungsgespräch qualifiziert, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. ^^

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2 Gedanken zu “„The new number two“

  1. Wow – schon eine Bewerbung, ich weiß nicht ob ich mich das so schnell trauen würde, aber klar – irgendwann muss man ins kalte Wasser springen. Ich drücke jedenfalls fest die Daumen dafür!

  2. Hallo Katja,
    ich folge die Entwicklung von Dir hier in Schweden und muß schon sagen – Du imponierst. Du greifst die Sache strukturiert an und hast schon einiges erreicht. Wünsche Dir weiterhin viel Glück und viel Erfolg bei Deiner ersten Bewerbung.

    Gruß/Helmut

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