Man sagt, Heimat ist, wo das Herz ist…

…darum könnte ich glaube ich überall sein.

Jetzt ist es also Schweden. Nicht Frankreich, dass ich seit meiner Jugend wie ein Groupie als „gelobtes Land“ verehre und hoch-jubele, wo es nur geht. Nicht Deutschland, wo ich geboren und aufgewachsen bin. Nicht Island, wo meine Mutter herkommt. Nicht USA, nicht China, sondern Schweden.

Europa-Karte von 1628, Vasamuseet Stockholm

Hätte mir das früher jemand vorausgesagt, hätte ich den Mund verzogen. Denn Schweden war auf meiner persönlichen Landkarte ein weißer Fleck. „Immerhin ist es Skandinavien“, hätte ich gesagt. Denn das brachte ich mit Mutter und Großmutter in Verbindung, die auf Island gelebt hatten, aber sich damit gleichzeitig für so exklusiv hielten, dass die anderen skandinavischen Länder immer „unter ferner liefen“ kamen.

Schweden war für mich nicht viel mehr als „sympathisch“ und ich wusste, es gibt viele Schweden-Fans, die Elche lieben und gern ein rotes Häuschen hätten. Ein ruhiges Urlaubsparadies für Wanderer und Angler – nicht uninteressant. Aber da ich ja bereits in Frankreich das ruhige Landleben schätzen gelernt hatte (mit Wandern und Angeln), kam die nördliche Variante nicht für mich infrage.

Und doch gefiel es mir, als ich zum ersten Mal dort war. Zu einer Jahreszeit, in der man sich nicht gerade in Schweden verliebt. Nämlich im tiefsten, schmuddeligsten Winter, über Weihnachten /  Neujahr, bei einem Bekannten, der dort ein rotes Häuschen hatte. Genauer gesagt war es Silvester 2000, und ich war mit mir im Reinen und dachte, Schweden hat *auch* etwas! Mit interessierten offenen Ohren und Augen nahm ich alles auf, was sich mir in der kurzen Zeit bot: Da war Gemütlichkeit am Kamin, Laufen über Felsbrocken, an Flüssen und Seen entlang und das Einkaufen im Großmarkt (bei „gekås“, Ullared). Da war die harsche, trutzige die Festung am Meer und ein elfenhaft-verzauberter Wald im Landesinneren. Mit meinem Hang zur Fantasy bot mir der erste Eindruck von Schweden genug für meine reiche Vorstellungskraft. Und das Wetter mit seinen Extremen gab mir eine archaische Idee vom Überleben in der Wildnis.

Aber das war’s dann auch… fürs erste.

Nicht wie Frankreich, „la douce France“, dessen Sprache und Kultur ich aufgesogen und sogar studiert hatte, konnte mich Schweden in den Bann ziehen. Und das ist vielleicht für mein Vorhaben ganz gut so. Wer keine hohen Erwartungen hat, kann nicht enttäuscht werden.

Lies mehr:

Vasamuseet

Varberg

Gekås

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s